Schlüsselpunkte
Kontext
• Zeitraum: 30. Juli – 7. August 1944, während der Schlacht in der Normandie.
• Ziel: Sicherung der Kreuzung bei Vire und der Höhen des Mont Pinçon.
• Beteiligte Kräfte: VIII. und XXX. Korps der britischen 2. Armee (General Miles Dempsey).
• Die Operation sollte den amerikanischen Erfolg der Operation Cobra ausnutzen und den Rückzug der 2. Panzerdivision ausgleichen, die dort eingesetzt war.
Alliierte Vorbereitungen
• Neuaufteilung der Sektoren: Die Briten ersetzten das US V. Korps in einem schwach verteidigten Abschnitt.
• Verlegte Kräfte: Das VIII. Korps, mit der 7., 11. und Guards Panzerdivision, sammelte sich bei Caumont.
• Vorverlegter Zeitplan: Der ursprünglich für den 2. August vorgesehene Angriff begann früher wegen der schnellen Frontentwicklung.
Deutsche Vorbereitungen
• Die 2. Panzerdivision wurde abgezogen und durch die 326. Infanteriedivision auf einer 16 km langen Front ersetzt.
• Befestigte Stellungen im normannischen Bocage mit Minen, Schützengräben und gut getarnten Positionen.
Britischer Plan
• XXX. Korps: Hauptangriff mit der 43. (Wessex) und 50. (Northumbrian) Division.
• VIII. Korps: rechte Flanke, mit der 15. (Scottish) und der 11. Panzerdivision zur Ausnutzung eines möglichen Durchbruchs.
• Luftvorbereitung: massiver Angriff mit über 1.000 Bombern, da Artillerie fehlte.
Verlauf der Schlacht
• Schwierige Bedingungen: dichter Nebel, schlechte Sicht, begrenzte Luftunterstützung.
• Die Bombardierungen richteten bei den Deutschen nur geringe materielle Schäden an.
• Trotz Minen und Bocage-Hindernissen rückten die Briten am ersten Tag etwa 8 km vor.
• Die 11. Panzerdivision entdeckte eine unverteidigte Brücke („Dickie’s Bridge“) und erzielte dadurch einen raschen Durchbruch.
• Am 2. August erreichten sie 8 km vor Vire, wurden jedoch durch mangelnde Koordination zwischen den Korps gebremst.
• Deutsche Gegenangriffe: Verstärkungen durch die 3. Fallschirmjägerdivision und die 9. SS-Panzerdivision.
• Führungswechsel: Bucknall (XXX. Korps) und Erskine (7. Panzerdivision) wurden abgelöst.
• Mont Pinçon wurde am 6. August von der 43. Division und den 13th/18th Royal Hussars eingenommen; Vire in derselben Nacht von den Amerikanern erobert.
Ergebnis und Folgen
• Strategisches Resultat:
- Bindung der deutschen Panzerkräfte an der britischen Front.
- Schwächung der deutschen Divisionen und Verhinderung ihrer Konzentration für die Operation Lüttich.
- Unterstützung des alliierten Durchbruchs und Vorbereitung der Einkesselung von Falaise.
• Britische Verluste: 5.114 Mann beim VIII. Korps.
Die Operation Bluecoat war somit ein entscheidender britischer Angriff, der den amerikanischen Durchbruch unterstützte, die deutsche Verteidigung störte und den Weg zur Einkesselung von Falaise ebnete.

